T o m   R o c k e r 
T H E   R I G H T   S T U F F 
”Legalisiert es endlich!” fordern Musiker schon seit Jahren. 
Ob Marihuana, Gras, Herb, Collie, Reefer, Hemp, Skunk, Ishance, Wisdom Weed, Acapulco Gold, Healing of the Nations – gemeint ist immer dasselbe – Cannabis sativa. Die Vielfalt der Bezeichnungen für das Kraut, die von Musikern über 50 Jahre hinweg in den verschiedensten Songtexten gebraucht wurden, verdeutlicht am besten, welche hohe Wertschätzung dem Cannabis sativa beigemessen wird. Siehe Songs wie zum Beispiel ”The Reeferman” aus dem Jahre 1939 von Cab Calloway, ”Legalize It” von Peter Tosh, ”I Wanna Get High” (Cypress Hill) oder Die Goldenen Zitronen mit ihrem ”Marihuana Song”. Fest steht allerdings nicht, daß alle Musiker auch ”Cannabis-Raucher” sein müssen. Angesichts der vielen Drogenopfer in der Musikgeschichte der letzten 5 Jahrzehnte, wie u.a. Jimi Hendrix, Brian Jones, Janis Joplin, Kurt Cobain oder die im letzten Jahr (1995) verstorbenen Musiker Shannon Hoon (von Blind Melon) und Dwayne Goettel von der Gruppe Skinny Puppy – allesamt durch Heroin- und/oder Kokain-Mißbrauch (nicht selten gar Mischkonsum) verstorben –, ist es zahlreichen Musikern nicht entgangen, daß sich darunter jedenfalls kein Cannabis-Opfer befunden hat. Wissenschaftlich gesehen kann bis heute ein solches Opfer weltweit auch nirgends der Öffentlichkeit präsentiert werden. An Cannabis ist noch keiner verstorben.
Selbst wenn es heutzutage natürlich Musiker gibt, die dem Kraut nicht gerade positiv gegenüberstehen, findet man kaum welche, die eine negative Meinung dazu hätten. Und so kann es einem passieren, daß selbst aus der Reggae-Szene von Jamaika andere Meinungen von Poeten und Sängern zu vernehmen sind: ”Ich rauche kein Ganja, ich habe es nie getan und werde es auch nie tun, weil ich glaube, daß Rauchen allgemein der Gesundheit schadet.” (Zitat von Mutabaruka) Zum Glück gibt es bedachte Äußerungen und Positionen wie die von Mutabaruka, die im Gegensatz zur (”political correctness”) manipulierten ”öffentlichen Meinung” stehen, da sie einen Widerspruch erzeugen, damit zum Nachdenken anregen und hoffentlich dazu beitragen, kategorisierendes Denken abzubauen. Musikern und Künstlern fällt das ganz offensichtlich leichter als den in Sturheit und Denkfaulheit verharrenden Politikern, denen man eigentlich Klugheit unterstellen sollte (müßte). Dabei hat gerade die Politik jederzeit die Möglichkeit, sich nachhaltig und fundiert zu informieren. Daß sie es jedoch nicht tut, zeugt von einer gewissen Ignoranz und Trägheit der Politik allgemein, worunter Menschen auf der ganzen Erde zu leiden haben.
Aus einem Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages, Fachbereich Jugend, Familie und Gesundheit, vom 22. Mai 1986 ist auf Seite 30 (von 133 Seiten) zu entnehmen: ”Es liegen keine bestätigten Todesfälle vor, die auf eine Überdosis Marihuana oder Haschisch zurückgehen” (während man an einer Alkoholvergiftung sehr wohl sterben kann). Die Expertise wurde speziell zum Thema ”Fragen zur Gefährlichkeit von Haschisch und Marihuana im Vergleich zu Alkohol” angefertigt und ist der Öffentlichkeit (und wohl auch der Politik) so gut wie unbekannt.
Angesichts dieser Tatsache hat sich der Autor umgehört und zahlreiche Statements von Musikern zusammengetragen. Wir präsentieren einige Auszüge davon:
”...der aufgeklärte Mensch weiß, daß Marihuana weitaus harmloser einzustufen ist als zum Beispiel Alkohol. Wo die Wahrheiten Freund und Feind des Krautes bekannt sind, muß man sich ehrlich fragen, wie lange Menschen noch für Ganja in den Knast müssen... du kannst nicht sagen, es sei illegal, es zu rauchen. Gott selber legalisiert es.”
Bob Marley (verstorbener Reggae-Musiker)
”Stellt euch doch nur einmal einen Rastaman neben einem Zeitgenossen der westlichen Hemisphäre vor, beide 40 Jahre alt, aber die anatomischen Unterschiede sind gravierend. Der Zivilisationsmensch muß regelmäßig den Doktor konsultieren, seine Konstitution ist von chemischen Präparaten abhängig, während sich der Rasta dank wohldosiertem Herb-Gebrauch physischer, moralischer und spiritueller Gesundheit erfreut... Die Gesetzgeber ziehen es vor, die Menschheit in Unwissenheit und Depression siechen zu lassen, denn das bricht jegliches Aufbegehren. Eine genesene Nation würde sich auflehnen, Mediziner und Krankenhäuser wären dann überflüssig.”
Peter Tosh (ermordeter Reggae-Musiker)
”Ich bin für eine Legalisierung und gleichermaßen für klare Information. Als Rauschmittel ist Alkohol noch viel gefährlicher... Ich bin auf jeden Fall für die Legalisierung von Shit, denn dann kriegen die Leute wenigstens sauberen Stoff...”
Udo Lindenberg (Sänger und Musiker)
”Ich sage mir, daß ich Haschisch und Marihuana immer gerne weiterempfehle und daß ich es als ein Geschenk Gottes nehme und um meinem Geist Nahrung zu geben...” 
Nina Hagen (Sängerin)
”Ganja ist eine der größten Kräfte auf Erden, die Heilung der Völker. Denk an diejenigen, die die Gesetze dagegen machten, es waren Doktoren und Physiker, und sie wußten, warum sie diese Gesetze machten; weil sie sonst ihre Jobs verloren hätten.”
Catman (Reggae-Musiker)
”Ich bin für die Legalisierung, weil das dazu führen würde, daß diese Szene endlich von der harten Drogenszene abgetrennt werden würde... Es ist wichtig, sich heute dazu zu bekennen. Ich unterstütze das.”
Kai Hawaii (Extrabreit)
”Der Genuß des Krautes bringt den Menschen auf eine andere Bewußtseinsebene, von der aus er die Systeme dieser Welt mit ihrer Verschwendungssucht und ihren Kriegen anders sieht, und schon ist der Konflikt geschaffen, den das System nicht will...”
Joseph Hill (Culture)
”Ich hoffe, daß es bei Drogen wie Haschisch und Gras wirklich zu einer Änderung kommt.” 
Mick Box (Uriah Heep)
”Ich bin gar nicht kompetent. Ich wohne in einer Weingegend (lacht dabei). Das ist unsere Droge, die ist etwas schwieriger zu handhaben und natürlich gefährlicher als Haschisch und Marihuana. Es ist keine Frage, daß Alkohol bedeutend gefährlicher ist, und durch Verbote kann man das auch nicht klären. Die groteske Situation ist ja, daß Alkohol erlaubt ist und Haschisch und Marihuana nicht.”
Walter Mossmann (Liedermacher)
”Wir dampfen ein paar Stengels mit unsren Brothers und haben Spaß bei der Studioarbeit. Man muß damit umgehen können. Wenn du dich auf etwas konzentrieren willst, das du dir vorgenommen hast, und du bist stoned, kannst du es ohne Probleme tun. Wenn du nur abhängen willst, geht das auch. Marihuana intensiviert dein Feeling. Es entspannt dein Nervensystem. Es macht dich friedlich.”
Louis Freeze (Cypress Hill)
”Klar haben wir das Zeug schon geraucht. Wie weit man mit einer Gesetzgebung bei Haschisch und Gras eine offene Politik betreiben soll, ist sehr schwierig zu beurteilen. Wir haben persönlich keinen Schaden genommen mit unseren Erfahrungen... Bei schwachen Drogen wie Gras und Haschisch sollte es irgendwie möglich sein. Alkohol ist ja auch nicht verboten.”
Lemmy (Motörhead)
”Das Ganze ist eine Frage des Erkennens seiner eigenen Grenzen. Solange jemand weiß, wo die sind, solange kann er auch mit Drogen umgehen – ich meine, ohne Schaden zu nehmen... Eine offenere Gesetzgebung hat, wie alles im Leben, halt auch eine Kehrseite. Fragt sich, was in einer Demokratie der Mehrheit entspricht.” 
Mick Jagger (Rolling Stones)
”Meine Erfahrung ist schlicht, daß ich Alkohol für viel gefährlicher halte als Haschisch oder Gras. Ich glaube, daß eine klare Trennung zwischen suchtbildenden und nicht-suchtbildenden Drogen schon hilfreich wäre, um die Entkriminalisierung durchzuführen.”
Michael Rother (Kraftwerk)
”Hanf ist eigentlich keine Droge, sondern eine Heilpflanze. Hanf muß legal werden, denn es kann eine gute Alternative sein, die harte Drogenszene einzudämmen.”
Pat Merchant (Sänger der Reggaegruppe Bass Culture)
”Hasch ist keine Einstiegsdroge, sondern Einstiegsdrogen sind Zigaretten und Bier... Letztlich kann ich nur sagen, daß jeder Mensch ein Recht auf Rausch hat...”
Der Wolf (HipHop-Artist)
”Natürlich bin ich für die Legalisierung. Wir haben auch einen richtig guten Song zu dem Thema in unserem Repertoire.”
Axel Steinhagen (Sänger der Gruppe Mutabor)
”Die gegenwärtige Gesetzgebung oder vielmehr ihre Interpretation hat mit Sicherheit die Überfüllung unserer Gefängnisse mitzuverantworten. Dies zu Lasten der Steuerzahler und zu Lasten junger talentierter Menschen, die wegen dieser Sachlage der Gesellschaft verloren gehen. Legalität scheint ein Grundproblem in unserer Gesellschaft darzustellen... Angelegenheiten, die trotz legaler und gesetzlicher Sanktion schwer auf uns lasten und das gesetzlich nicht-sanktionierte Cannabis-Problem bei weitem übertreffen.”
Paul McCartney (Musiker, u.a. The Beatles, The Wings)
”...Denn Alkohol ist weitaus schädlicher als diese natürlichen Rauschmittel... Ich bin allerdings strikt gegen harte Drogen.”
Eberhard Schoener (Musiker, Komponist und Produzent)
”Von uns hat jeder schon Gras und Hasch geraucht... Ich selbst habe bei mir noch nie negativ empfundene Auswirkungen festgestellt. Darum werde ich sicher auch weiterhin solche ‘Gräser’ rauchen... Ich bin für die Freigabe von Haschisch und Gras...” 
Marc Storace (Sänger der Rockgruppe Krokus)
”Ich hätte nichts gegen die Legalisierung von Haschisch und Marihuana. Aber, ich habe sehr viel gegen die harten Sachen wie Koks und Heroin... Ich selbst kiffe nicht...”
Ulla Meinecke (Sängerin)
”Ich glaube, daß eine Öffnung des Drogengesetzes einiges verbessern würde.” 
Steve Strange (Sänger der Gruppe Visage)
”Ich würde dahin tendieren, auch wenn sich das komisch anhört, Marihuana und Haschisch für die Freizeit... Am Arbeitsplatz würde ich das verbieten...”
Joachim Witt (Künstler, Sänger, Komponist und Produzent)
”Wir machen Musik, weil wir Fun haben wollen. Dazu gehört auch mal einen hinter die Binde gießen oder einen Joint zu rauchen... Man sollte da genauso tolerant sein wie beim Alkohol.”
Denise Delong (Schlagzeugerin der Hardrockgruppe Girlschool)
”Ich sage es mit den Worten von Peter Tosh: Legalisiert es – kritisiert es nicht.”
Jamaica Papa Curvin (Reggae-Artist)
Dokumentation aus Hemplife 5/96.